Wussten Sie, dass für die Herstellung eines Wollpullovers oder -mantels möglicherweise einem wenige Wochen alten Lamm ein Teil des Pos ohne Betäubung weggeschnitten wurde?
Tatsächlich ist diese grausame Praxis auf vielen australischen Schaffarmen noch immer Alltag. Jedes Jahr leiden über 10 Millionen Schafe unter der sogenannten Lämmerverstümmelung, auch „Mulesing“ genannt. Dabei werden die Tiere im Alter von nur 2–12 Wochen auf dem Rücken fixiert, damit ihnen mit scharfen Metallscheren große Haut- und Fleischstücke rund um den Po herausgeschnitten werden – meist ohne ausreichende Schmerzlinderung. Die Wunden verheilen oft erst nach Wochen. Viele Tiere leiden unter starken Schmerzen, Stress und Angst. Manche überleben den Eingriff nicht.
Warum wird das gemacht?
Australien produziert rund 80 Prozent der weltweit verwendeten Merinowolle. Hier wurden die meisten Merinos über Jahrzehnte auf Merkmale wie starke Hautfalten gezüchtet, weil man annahm, dass dadurch mehr Wolle pro Schaf gewonnen werden könne. Genau diese Falten werden den Tieren jedoch zum Verhängnis: Eine australische Schmeißfliege legt ihre Eier bevorzugt in diesen Hautfurchen ab. Die Larven ernähren sich vom Gewebe der lebenden Tiere und können schwere Entzündungen verursachen, die unbehandelt sogar tödlich enden können. Besonders betroffen ist die Region rund um den Po. Um diesem Fliegenmadenbefall vorzubeugen, schneiden viele australische Wollfarmer den Lämmern dort die Haut weg.
Doch diese Verstümmelung ist nicht notwendig.
Es gibt längst funktionierende Alternativen: widerstandsfähigere Merinozuchtlinien mit weniger Hautfalten sowie verbesserte Haltungs- und Hygienemaßnahmen. Tausende australische Produzenten zeigen bereits heute, dass Wollproduktion auch ohne diese grausame Praxis möglich ist.
Trotzdem steht noch immer ein Großteil der weltweit verwendeten Merinowolle mit Lämmerverstümmelung in Verbindung – oft ohne dass Verbraucher:innen davon wissen. Internationale Modeunternehmen tragen deshalb eine besondere Verantwortung: Wer Wolle ein- und verkauft, entscheidet mit darüber, ob dieses Leid in den globalen Lieferketten weiter unterstützt wird.
Fordern Sie jetzt:
- einen verbindlichen Ausstieg Australiens aus der Lämmerverstümmelung,
- sowie eine klare Verpflichtung aller Modeunternehmen, ausschließlich zertifizierte Wolle aus verantwortungsvoller Haltung zu verwenden, die nachweislich ohne Lämmerverstümmelung produziert wurde.
Jede Unterschrift erhöht den Druck auf Politik und Modeunternehmen, diese grausame Praxis endlich zu beenden. Unterschreiben Sie jetzt und setzen Sie gemeinsam mit uns ein Zeichen gegen Lämmerverstümmelung.