Das Leiden der Schweine muss beendet werden!

Millionen Ferkel müssen Tag ein Tag aus grausame Prozeduren über sich ergehen lassen. Die Tiere erleiden Qualen, nur damit die Fleischproduktion noch effizienter gestaltet werden kann.

  • Männliche Ferkel werden ohne Betäubung kastriert, um das Risiko des sogenannten Ebergeruchs beim Schweinefleisch zu vermeiden.
  • Die Zähne der Ferkel werden abgekniffen und abgeschliffen. Dadurch sollen Verletzungen der Wurfgeschwister und an den Zitzen der Sau verhindert werden.
  • Ein weiterer Eingriff bei Ferkeln ist das Schwanzkupieren - den Tieren werden die Schwänze abgeschnitten oder mit heißem Draht gekürzt, um die Verhaltensstörung des Schwanzbeißens zu verhindern.

In Österreich sind viele dieser Eingriffe bei Ferkeln noch immer gesetzlich zugelassen.
Deshalb fordern wir die zuständigen Minister auf, dringend die notwendigen gesetzlichen Änderungen für die Haltung von Schweinen durchzusetzen! Auch Nutztiere haben ein Recht auf artgemäße Haltung!

Sehr geehrte Frau Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner,
Sehr geehrter Herr Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter,

obwohl das Tierschutzgesetz vor Kurzem novelliert wurde, bestehen nach wie vor diverse tierschutzrelevante Probleme in der österreichischen Schweinehaltung, die dringend Ihr Handeln erfordern.

Noch immer werden bei Ferkeln routinemäßig die Schwänze kupiert und die Zähne abgeschliffen, um sie an die Haltungssysteme anzupassen – und dies, obwohl beide Eingriffe durch die europäische Gesetzgebung seit Langem verboten sind. Um die geltenden EU-Vorgaben umzusetzen, ist eine tierschutzgerechte Beendigung des Schwanzkupierens dringend notwendig. Dies erfordert einen Ausstiegsplan, der ein schrittweises Vorgehen mit verbindlichen Fristen umfasst. Neben einem verbindlichen Ausstiegsplan sollten zudem wichtige gesetzliche Voraussetzungen geschaffen werden, damit das Halten von Schweinen mit ungekürzten Schwänzen und Zähnen keine tierschutzrelevanten Folgen hat.

Die 1. Tierhaltungsverordnung sollte geändert werden, sodass die kaum adaptierbaren Warmställe mit Vollspaltenböden nicht mehr gebaut werden dürfen. Neu- und Umbauten sollten eine tiergerechte Schweinehaltung mit ausreichend Platz, geeigneter Beschäftigung durch eingestreute Liege- und Wühlbereiche sowie Außenklimakontakt ermöglichen.

Die betäubungslose Kastration männlicher Saugferkel stellt einen weiteren tierschutzrelevanten Eingriff dar, der große Schmerzen verursacht und leider noch immer gesetzlich erlaubt ist. Die drei Alternativen – Ebermast, Impfung gegen Ebergeruch und Kastration mit Schmerzausschaltung/Anästhesie stehen als tierschutzkonforme und praktikable Methoden zur Verfügung.  Aus Tierschutzsicht inakzeptabel ist hingegen die Lokalanästhesie. Verschiedene wissenschaftliche Studien belegen, dass diese Methode zusätzliche Schmerzen und Stress verursacht und keine ausreichende Schmerzausschaltung während der Kastration gewährleistet.

Daher ersuchen wir Sie um Ihre aktive Unterstützung bei der Realisierung eines europaweiten Ausstiegs aus der Ferkelkastration bis 2024! Neben den dringend notwendigen gesetzlichen Änderungen für die Haltung von Schweinen, bedarf es zudem einer zielgerichteten Subventionierung tiergerechter Stallsysteme durch den Bund und die Länder, um eine Umstellung hin zu mehr Tierschutz schnellstmöglich zu realisieren.

Wir hoffen auf Ihre Unterstützung bei der Beseitigung der tierschutzrelevanten Probleme in der Schweinehaltung und eine damit einhergehende Umsetzung der EU-Vorgaben.

Mit freundlichen Grüßen,