Das Leiden der Schweine in Österreich

Wussten Sie, dass 60 % der in Österreich gehaltenen Schweine auf sogenannten Vollspaltenböden und ohne Stroheinstreu leben müssen? Oder dass jährlich 2,7 Millionen Ferkel ohne Betäubung kastriert werden?

Um die Fleischproduktion effizienter zu machen, leiden jährlich Millionen Schweine unter nicht artgemäßen Haltungsbedingungen und an schmerzhaften Eingriffen. 98 % der Schweine in Österreich leben unter gesetzlichen Mindeststandards.

Dabei sind die größten Probleme:

  • Vollspaltenböden und fehlende Stroheinstreu: Die Schweine leben auf Beton direkt über ihren eigenen Fäkalien und ohne jegliche Stroheinstreu. Sie leiden unter Gelenksentzündungen, Lungenkrankheiten ausgelöst durch die Ammoniakdämpfe sowie Verhaltensstörungen.
  • Ferkelkastration ohne Betäubung: Nur ein Bruchteil der nicht-kastrierten, männlichen Ferkel entwickeln den so genannten "Ebergeruch" - einen unangenehmen Geruch, der bei der Erhitzung von Schweinefleisch auftritt. Um diesem minimalen Risiko vorzubeugen, werden so gut wie alle männlichen Ferkel ohne Betäubung und unter enormen Schmerzen kastriert.
  • Schwanzkupieren: Obwohl gesetzlich nur ausnahmsweise erlaubt, werden bei den Tieren die Schwänze routinemäßig abgeschnitten, um die Verhaltensstörung des Schwanzbeißens zu verhindern, die durch die viel zu engen und reizarmen Haltungssysteme auftritt.
  • Zähne abschleifen: Dadurch sollen Verletzungen an den Gesichtern der Geschwister und den Zitzen der Sau verhindert werden, vor allem wenn es zu größeren Würfen kommt.
  • Kastenstand: Die Haltung im Kastenstand kommt der Käfighaltung in ihrer schlimmsten Form gleich, da die Tiere zu völliger Bewegungslosigkeit gezwungen sind. Die Tiere können sich nicht umdrehen, liegen über ihrem eigenen Kot und können sich nicht um ihre Ferkel kümmern. Sie leiden häufig unter Gesäuge- und Gebärmutterentzündungen.
  • CO²-Betäubung: Vor dem Einsetzen der Bewusstlosigkeit, führt diese oft zu Schmerzen, Atemnot und Erstickungsangst.
  • Kein Auslauf ins Freie: Schweine in der Intensivtierhaltung haben keinen Zugang zu einem Außenbereich, geschweige denn einer Grünfläche, viele nicht einmal Frischluft oder Tageslicht.
  • Zu wenig Platz: Einem Mastschwein mit 100 kg stehen lediglich 0,7 m2 zur Verfügung
  • Kaum Beschäftigungsmaterial: Schweine sind intelligente und verspielte Tiere und brauchen ausreichend organisches Beschäftigungsmaterial, um Langeweile und Verhaltensstörungen vorzubeugen.
  • Genmanipuliertes Futter: Die meisten Schweine werden mit genmanipuliertem Soja Übersee gefüttert, für dessen Anbau Regenwälder gerodet werden.

Bisher berücksichtigt die intensive Schweinehaltung kaum eine der natürlichen Verhaltensweisen der Tiere – im Gegenteil: Ihre natürlichen Bedürfnisse werden unterdrückt, sie werden von der Gruppe isoliert und können sich nicht genügend bewegen. Wichtige Grundbedürfnisse wie Körperpflege, Sozial-, Erkundungs-, Nahrungssuch- und Nestbauverhalten können sie nicht ausleben. Die Folgen sind schwere physische und psychische Schäden.

Die Haltung von Schweinen in Österreich muss sich grundlegend ändern! Schweine haben das Recht auf eine artgemäße Haltung und Behandlung.

Daher fordert VIER PFOTEN:

  • Verbot von Vollspaltenböden
  • Verpflichtende Stroheinstreu
  • Verbot von betäubungsloser Ferkelkastration (nur mit Betäubung und Schmerzausschaltung) und Förderung von Alternativen, wie zum Beispiel Ebermast oder Immunokastration
  • Verbot des Schwanzkupierens
  • Verbot des Zähne Abschleifens
  • Frühzeitiger Ausstieg aus der Haltungsform Kastenstand
  • Verpflichtende freie Abferkelsysteme mit natürlichen Nestbaumaterialien
  • Verbot der CO²-Betäubung bei der Schlachtung
  • Verpflichtender Auslauf ins Freie oder Außenklimabereich
  • Mindestens 1,3 m² Platz pro Tier plus 1 m² Auslauf
  • Ausreichend organisches Beschäftigungsmaterial
  • Gentechnikfreies Futter

Unterschreiben Sie jetzt und helfen Sie, das Leiden der Schweine in Österreich zu beenden!