Forderung nach Neuverhandlung der Novelle zur Tierhaltung

Die kürzlich von der österreichischen Regierung veröffentlichten Neuerungen des Tierschutzgesetzes, des Tiertransportgesetzes und der 1. Tierhaltungsverordnung (THVO) sind inakzeptabel! Die größten Probleme werden wieder einmal nicht angegangen!

Schweine und Mastrinder müssen weiterhin auf Vollspaltenböden leiden, Schwanzkupieren und betäubungslose Kastration bei Ferkeln bleiben gängige Praxis, und auch bei den grausamen Tiertransporten wurden wichtige Forderungen einfach ignoriert!

Wir haben nur wenige Wochen Zeit, bevor die Gesetze und die Verordnung endgültig beschlossen werden sollen. Wir müssen jetzt Druck machen! Fordern Sie daher mit uns eine Neuverhandlung der Novelle zur Tierhaltung, denn die präsentierten Entwürfe dürfen so keinesfalls beschlossen werden!

Österreich rühmt sich gerne damit, tierschutzrechtlich ein Vorreiter zu sein – gerade im Bereich der sogenannten Nutztiere ist das aber fernab jeder Realität.

Was VIER PFOTEN im Detail fordert:

  • Komplettverbot von Spaltenböden – Inklusive des dänischen Modells, nicht nur in der Mastschweinehaltung sondern auch für Zuchtsauen und Eber
  • Verpflichtende Stroheinstreu und ausreichend organisches Beschäftigungsmaterial
  • Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration
  • Tatsächliche Umsetzung des Verbots des Schwanzkupierens
  • Verpflichtender Auslauf ins Freie oder Etablierung eines Außenklimabereichs
  • Mehr Platz – Mindestens 1,3m² pro Tier plus 1m² Auslauf
  • Keine Einschränkungen der Auslaufflächen durch Heckenbepflanzungen
  • Generelles Tötungsverbot von Küken und Rückkehr zur Zweinutzungsrasse
  • Verbot von Spaltenböden in der Kälberhaltung
  • Verpflichtende Versorgung der Kälber mit Milchnahrung für mindestens 90 Tage
  • Komplettverbot von Spaltenböden
  • Verpflichtende Stroheinstreu und Mindestvorgaben für Raufutter, wie Heu oder Gras für Mastrinder
  • Verpflichtender Auslauf ins Freie
  • Mehr Platz für Mastrinder in der Stallhaltung – mindestens 1m² pro 100kg Lebendgewicht
  • Exportverbot von Kälbern, die noch auf Milchnahrung angewiesen sind
  • Bundes- und EU-weites Verbot von Langstreckentransporten und Transporten lebender Tiere in Drittländer
  • Zeitliche Begrenzung der Transportdauer auf maximal 4 Stunden innerhalb Österreichs sowie generell für Geflügel und Kaninchen
  • Zeitliche Begrenzung der Transportdauer auf maximal 8 Stunden für alle anderen Tierarten, unabhängig vom Zielland
  • Verbot des Transports lebender Tiere auf Schiffen
  • Transport von Fleisch und Zuchtsamen anstelle lebender Tiere
  • Transportverbot bei zu erwartenden Außentemperaturen von über 25°C, sowie bei Kälte unter 5°C
  • Tiere müssen stets zum nächstmöglichen Schlachthof transportiert werden
  • Einrichtung einer nationalen Datenbank für Züchter, sowie von Personen mit Tierhaltungsverboten
  • Einführung einer vollständigen Rückverfolgbarkeit aller am Leben eines Hundes oder einer Katze beteiligten Personen (z.B. Züchter, Verkäufer, Tierärzte und Halter)
  • Verbesserter Vollzug der bestehenden gesetzlichen Lage

 

Schreiben Sie Tierschutzminister Johannes Rauch und dem designierten Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig eine Nachricht, in der Sie sie gemeinsam mit uns auffordern, die derzeitigen Entwürfe neu zu verhandeln und dem Wunsch der österreichischen Bevölkerung nach mehr Tierwohl nachzukommen!

Schweinehaltung

  • Ein angebliches Vollspaltenverbot soll ausschließlich für Neu- und Umbauten von Ställen gelten. Das geplante dänische Modell ist eine Mogelpackung, welche die grausame Vollspaltenhaltung weiter zementiert. Auch dieses Modell hat einen Liegebereich gänzlich ohne Stroheinstreu , dessen Boden erst recht wieder perforiert ist – mit all den gesundheitlichen Schäden für die Tiere. Die restliche Stallfläche darf weiterhin komplett aus Vollspaltenböden bestehen! Alle bereits bestehenden Ställe dürfen ebenso die Vollspaltenböden ohne Auslaufdatum fortführen.
  • Nach wie vor können Ringelschwänze der Schweine kupiert werden.
  • Die betäubungslose Ferkelkastration findet in den Neuerungen nicht einmal Erwähnung!

Hühnerhaltung (Legehennen)

  • Künftig sollen sogenannte Biodiversitäts-Hecken gepflanzt werden, wodurch die Auslauffläche halbiert werden darf! Unter dem Vorwand der Förderung von Biodiversität wird den Tieren Platz weggenommen!
  • Das Verbot zum sinnlosen Kükentöten ist unzureichend! Wir fordern ein generelles Tötungsverbot und Rückkehr zur Zweinutzungsrasse!

Lebendtiertransporte

  • Das Mindesttransportalter bei Kälbern soll von zwei auf lediglich drei Wochen angehoben werden. In diesem Alter sind die Jungtiere noch auf Milchnahrung angewiesen (noch nicht entwöhnt) und viel zu jung für den Transport.
  • Exporte in Drittstaaten sollen zukünftig nur für sogenannte Zuchtrinder und nicht mehr für Schlachtrinder möglich sein. Jedoch werden die Tiere sehr oft als Zuchtrinder deklariert und im Zielland trotzdem unter grausamsten Bedingungen nach kurzer Zeit geschlachtet.
  • Die zulässige Beförderungsdauer der Tiere beträgt max. 82 Stunden, was absurd hoch ist.

Haustierhaltung

  • Es fehlt an ausreichenden Maßnahmen, um den illegalen Handel mit Hunde- und Katzenwelpen einzudämmen.
  • Christoph K 25.05.2022 20:01
  • Angelika B 25.05.2022 19:34
  • Franz E 25.05.2022 19:14
  • Karin B 25.05.2022 19:13
  • Susanna S 25.05.2022 18:59
  • Ludwig D 25.05.2022 18:59